Wieder
einmal waren sie zu dritt unterwegs. Ein Grieche, ein Schwabe und ein
Deutscher. Forschen Schrittes marschierten sie die Weinbergstraße in
Reichenbach hinunter. Doch plötzlich floss Blut.
Kein
Schuss war gefallen, kein Attentäter weit und breit. Auch waren die Drei
nicht in Streit geraten. Aber trotzdem waren bald alle verfügbaren
Taschentücher Blut durchtränkt, weil dem Gerd
das Blut wie
ein Brünnlein aus der Nase lief. Waren die Schlaglöcher in der Straße
und der schlechten Zustand des Gehweges schuld? Wir wissen es nicht. Was
ändert es auch. Die Gemeinde hat kein Geld, um die vielen Schäden zu
beseitigen. Auch wenn es vielleicht noch nicht so schlimm ist wie bei
Papandreou, so fehlt auch hier hinten und vorne die nötige
Penunze. Der Vorschlag für Griechenland, doch
Inseln zu verkaufen, ist für die Schwaben genauso abwegig wie für
die Griechen. Auf dem Schwabenmeer gibt es bekanntlich nur zwei Inseln.
Die Mainau ist in festen Händen und die Reichenau würde nicht so viel
bringen um alle Gemeinden zu sanieren.
Da ist der
Vorschlag von der Bürgermeisterin Lucia Maria Herrmann aus Lichtenwald
gar nicht schlecht. Sie sieht es als große Chance, wenn Reichenbach und
Lichtenwald fusionieren. Laut Berechnung würden nach einer Fusion
Reichenbach und Lichtenwald 350 000 Euro mehr Steuern und Zuweisungen
kriegen. Damit könnte man zwar nicht alle Löcher stopfen, aber
bekanntlich macht Kleinvieh auch Mist.
Nach dem durch
einen kleinen Umweg zu einem Drogeriemarkt neu Taschentücher besorgt
wurden, konnte der Blutfluss ein gedämmt werden, so dass er allmählich
versiegte. Der weitere Weg nach Deizisau, bei strahlendem Sonnenschein
und ungewöhnlich hohen Temperaturen, bescherte keine weiteren
Schwierigkeiten. Nur das Verlangen auf ein kühles Bier wurde immer
größer. Doch nach dem das Hasenheim erreicht war, wurde vom Wirt
schnell, als Gegenmittel für die ausgetrockneten Kehlen, jedem ein
kühles Bier serviert.
Bald drauf
gesellte sich auch der Waldemar zu der Dreierrunde. Bei Wurstsalat,
Getränken und anregenden Gesprächen genossen die Vier, auf der Terrasse,
den schönen Spätnachmittag. Anschließend hat der Waldemar alle wieder
sicher und wohlbehalten Heim gefahren.
GS