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Jedes Jahr zu Beginn des Frühlings zieht es die Muskeltiere
nach Bad Überkingen. Zum einen wegen der Pracht der zahllosen Märzenbecher
in dieser Gegend, zum anderen, weil danach der Besuch des Hirschen in
Auenbronn angesagt ist. Ein gemütliches, rustikales Lokal, das üppige
Schnitzel mit Pommes und Kartoffelsalat serviert - zu einem sehr
moderaten Preis. Letzteres haben wir auch wieder sehr genossen - sehr zur
Freude unserer altbekannten Bedienung, die uns schon beim Betreten sofort
erkannt hatte und freundlichst begrüßte. Da fühlt man sich gut aufgehoben.
Doch zuvor lag die Wanderung. Im Gegensatz zu früheren Jahren
gings diesmal nicht auf den Kahlenberg hoch, sondern wir begnügten uns mit
einer kürzeren, weniger anstrengenden Variante. Da blieb mehr Luft zum
Schwätzen, was wir auch ausgiebig taten. Zum Beispiel über Griechenlands
brutales Sparprogramm. Nun ist die erste Mehrzweckhalle der Welt, die
Akropolis, gerettet und muss gottseidank jetzt nicht mehr an einen
irgendeinen arabischen oder amerikanischen Milliardär verscherbelt werden.
Dann das Drama um Kachelmann, dem Wetterpropheten, der den
sensationsgeilen Journalisten wieder üppig Stoff für ihre "Arbeit" gab. An
Angela Merkel und ihre Laienspielschar in Berlin wurden dagegen diesmal nur
wenige Gedanken verschwendet.
Prächtig anzusehen war auch wieder der Ostereierbrunnen in
der Stadtmitte. Tausende bemalter Ostereier werden schick um einen Brunnen
drapiert - von einer fast ausnahmslos weiblichen Helferschar, die gerade
ihre kunstvolle Arbeit beendet hatte, als wir auf dem Heimweg passierten. So
erfuhren wir noch einige Internas über die Eier.
Und zum guten Abschluß vor der Fahrt zur Einkehr zauberte der
Waldemar noch ein paar Flaschen Bier aus dem Kofferraum - so dass unsere
Kehlen schon auf die Bierchen im Hirschen vorbereitet waren. |