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Der Waldemar hat bei Gerd angerufen, um zu sagen, dass er zwischen 1600
und 1630 Uhr im Hasenheim zu uns stoßen will. Jedoch hat die Frau
vom Gerd das Gespräch entgegen genommen und dem verdutzten Waldemar erklärt:
„ Mein Mann muss erst seine Arbeiten hier im Haushalt erledigen, bevor er
wandern gehen darf.“ Dem
Jannis ging es auch
nicht besser. Sein Sohn hat gerufen: „Vater komm! Du musst kommen und meine
Matratze beim Umzug in die neue Wohnung bringen.“ Aber wahrscheinlich war es
nicht nur die Matratze, sondern der ganze Umzug, der erledigt werden musste.
Da denkt man nun, der Arbeitsstress ist vorbei, weil man in Rente ist, aber
weit gefehlt. Früher hat man nur einen Chef gehabt, heute gleich ganz viele.
Die Frau hat eine ganze Liste. Sohn, Tochter, Schwiegersohn,
Schwiegertochter, Enkel und sogar die Nachbarn, decken einen mit Arbeiten
ein. Obwohl alle wissen, der Donnerstagmittag ist Muskeltier Wandertag.
Gottseidank hat der Gerd seine Arbeit noch rechtzeitig erledigt, so dass
Roland und er sich pünktlich um 1300 Uhr auf den Weg machen
konnten.
Fasching ist vorbei. Auch der politische Aschermittwoch ist vorüber. Bei
beidem musste „die Westerwelle“ ordentlich Schäm und Schande über sich
ergehen lassen. Denn über Hartz IV Empfänger negativ, zu Urteilen ist
unpopulär und nicht anständig. Natürlich gibt es einige, die es ausnützen
von der Stütze zu leben. Aber die meisten wären froh, wenn sie mit Arbeit
ihren Lebensunterhalt finanzieren könnten. Denn schließlich hebt das das
Selbstbewusstsein. Auf der anderen Seite hat der Guido schon recht, wer
arbeitet muss finanziell besser gestellt sein, als jemand der auf Kosten der
Allgemeinheit lebt. Da wie gesagt Fasching vorbei ist, sollten die
Verantwortlichen endlich auf hören sich gegenseitig zu verunglimpfen. Es
wird Zeit, das in unserem Land mal wieder vernünftige Politik gemacht wird,
statt denjenigen zu beschimpfen, der das sagt, was die meisten im Stillen
denken.
Als wir das Hasenheim erreichten, war auf dem Parkplatz kein Auto zu sehen.
Auch an den Fenstern konnte man kein Licht erkennen. Unsere Bedenken, das
geschlossen sei erwiesen sich gottseidank als falsch. Der Wirt erklärte uns,
er habe Urlaubstage immer Anfang des Jahres, in den Pfingstferien und im
September.
Wie versprochen gesellte sich dann auch bald der Waldemar zu uns. Als wir
uns dann gestärkt hatten, kutschierte uns der Waldemar wieder mal zurück
nach Reichenbach. Wo er uns sicher zuhause ablieferte.
GS |