"Ich muss niemanden anerkennen,
der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner
Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine
Kopftuchmädchen produziert.“ Dieser Satz stammt nicht von Jannis,
auch nicht von Gerd oder Roland. Trotzdem oder gerade deswegen hat
er uns zu Beginn der Wanderung durchs Reichenbachtal beschäftigt. Da
ist schon was Wahres dran, wenn auch überspitzt. Wie so ein Satz
eine ganze Nation durcheinanderbringt ist schon erstaunlich. Die
Muskeltiere sind da gelassener, denn sie wissen, von wem dieser Satz
stammt: Original Thilo Sarrazin. Wie auch folgende:
„Nirgendwo schlurfen so
viele Menschen in Trainingsanzügen durch die Straßen wie in Berlin“
"Die Beamten laufen bleich und übel riechend herum, weil die
Arbeitsbelastung so hoch ist.“
"Wenn man sich das anschaut, ist das kleinste Problem von
Hartz-IV-Empfängern das Untergewicht.“
"Hartz-IV-Empfänger sind erstens mehr
zu Hause, zweitens haben sie es gerne warm, und drittens regulieren
viele die Temperatur mit dem Fenster."
"Bayerische Schüler ohne Abschluss können mehr als unsere in Berlin
mit Abschluss."
"Die Türken erobern Deutschland genauso
wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere
Geburtenrate."
"Dumm, dümmer, PDS."
Die Muskeltiere sagen
auch was sie denken! Und das belebt und erfrischt. Geistige
Windstille ist nicht angebracht. Allerdings verlangsamen die
Diskussionen manchmal unser Wandertempo. Besonders wenn Jannis` Kopf
arbeitet, werden seine Füße langsamer oder kommen gar zum
Stillstand. Wenn er dann noch Nüsse unterwegs knackt (geistige und
reale !) gehen wir zum Schneckentempo über. Kein Wunder, dass heute
Waldemar schon aufgeregt vor dem Besen stand und das Schlimmste
befürchtete. Bis wir endlich ankamen.
Unser Stammplatz im
Besen war zwar frei, aber für "zickige" Damen reserviert. Mit denen
offenbar nicht gut Kirschen ernten ist. Bald kamen sie auch, sieben
Damen, davon sechs Wassertrinker. Und das in einem Besen. Gute
Nacht, Deutschland.
Mittlerweile müssen
wir gar nicht mehr bestellen, Inge weiß was Männer wünschen. Was wir
uns am meisten wünschen, kann aber die Inge nicht erfüllen. Nämlich,
daß Otmar bald wieder wohlauf und in unserer Runde dabei ist. Jeder
will was dazu beitragen- aber was und wie? So hilflos sind wir
selten.
Nach dem
obligatorischen Rostbratengenuß kümmert sich Dirk um uns. "Wie war
er, ich mußte heute den Lieferanten wechseln?" Aber es gab keinen
Grund zur Sorge. Er war wie immer phantastisch - der Rostbraten.
"Nachher kommt noch ein Bus! Mit lauter mindestens 35jährigen - pro
Bein versteht sich." Als der erste davon hereinkrabbelt, sehen wir,
wie recht er hatte.
Und Dagmar war wieder
da, frisch zurück aus den USA und voll von phantastischen
Erinnerungen. Und sie ließ uns etwas teilhaben an ihrer großen Tour
durch den Wilden Westen. Bis die Arbeit rief! Nächsten Donnerstag
sind wir wieder zur Stelle und lassen uns wieder vom Dream-Team im
Schurwaldbesen verwöhnen. Man gönnt sich ja sonst nichts.
RF