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Heute war der Tiroler angesagt. Da es sehr heiß und Gerd
etwas angeschlagen war, wurde der kürzere Weg am Fischteich durch den Wald
gewählt. Natürlich waren unsere ersten Gedanken und Gespräche bei unseren
beiden Kranken. Der Otmar hatte seine Operation. Vom Waldemar erzählte der
Gerd, dass er ins Bayrische gefahren sei. Was sich im Nachhinein aber als
Falschmeldung heraus stellte. Selbstverständlich legten wir auch für unsern
Joanis eine Gedenksekunde ein. Da es von unterwegs nichts Besonderes zu
berichten gab, außer dass wir bei der Ankunft im Hasenhäusle mit laut
starkem Hallo vom Werner, Gerds ehemaligem Mitarbeiter, begrüßt wurden. Von
ihm erfuhren wir, dass seit dem der Ochsen in Rosswälden geschlossen hatte,
er kaum noch zum Tiroler komme. Außerdem würde der Stammtisch auch nicht
mehr bestehen.
Der Werner war vor kurzem in Skopau im Osten von Deutschland. Dort hatten er
und der Gerd nach dem Krieg ihre frühe Kindheit verbracht. Jedoch haben die
beiden sich erst hier bei ihrer Arbeit kennen gelernt. Durch seinen Besuch
in Ostdeutschland drehte sich daraufhin das Gespräch natürlich auch um diese
Region. Von dort nach Berlin war im Gespräch kein weiter Weg. Da Roland als
Student eine Zeitlang in Berlin war und vor ein paar Jahren in Berlin ein
paar Tage verbracht hatte, ergab dies einen ausgiebigen
Erinnerungsaustausch. Vor allem über die Veränderungen am Potsdamer Platz.
Auch wenn dort kaum noch was wieder zu erkennen ist, steht noch die erste
Verkehrsampel in Deutschland dort. Sie wurde im Jahr 1929 in Betrieb
genommen. (http://www.panoramio.com/photo/1913679)
Es ist ein ca. 3 Meter hohes Gebäude, das auf jeder Seite Lampen besitzt.
Diese dienten zum Regeln des Verkehrs. Außerdem ist sie mit einer Kabine
versehen, für einen Schutzmann. Die Ampel steht heute nur noch als
Touristenattraktion da.
Auch das Sommertheater war natürlich ein Gesprächsstoff. Anscheinend sind
Themen über Speisen, Getränke, Gutachten, und Fahrten mit dem Dienstwagen so
wichtig, das der Haushaltsausschuss darüber beraten musste. Theodor von
Gutenberg wurde wegen der Vergabe für eine Gesetzesvorlage, an die
Anwaltskanzlei Linklaters zur Bankensanierung, vorgeladen. Auch mit Ulla
Schmidts Dienstwagennutzung im Urlaub und Angela Merkels Abendessen für
Bankchef Ackermann waren auf der Tagesordnung. Da wird für ein paar Tausend
Euros ein riesiger Aufstand gemacht. Lieber sollte auf die gewaltigen
Haushaltslöcher und andere politisch brisanten Themen geschaut werden, als
auf so ein paar Peanuts.
Dafür wird jetzt vom wirtschaftlichen Aufschwung und mehr Wachstum
berichtet. Sicher, wenn alle Kurse im Keller sind, kann ja die Kurve
irgendwann nur nach oben umbiegen. Aber damit ist das Niveau von vorher noch
lange nicht erreicht. Vor allem wenn nach Beendigung der Konjunkturmaßnahmen
die Aufträge zurück gehen, bleibt abzuwarten, wie es dann aussieht.
Nach dem wir uns mit kühlen Getränken erfrischt hatten, rief der Roland
seine Anne an. Damit sie uns im Holderbett abholen sollte. So marschierten
wir dann dorthin, und Roland zeigte dem Gerd, wo er die letzten Wochen mit
viel Arbeit seine Zeit verbracht hatte. Anschließend traten wir dann
komfortabel auf vier Rädern die Heimfahrt an.
GS |