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Die Muskeltiere waren auch diesmal nur zu dritt unterwegs.
Während Jannis nach wie vor die Gestade rund um Thessaloniki unsicher macht,
zog es Gerd mit seiner Frau an die nördlichen Gestade in die Nähe der
Wikinger. Waldemar freut sich auch schon auf seinen bald beginnenden Urlaub.
Ihn zieht es zum Minotaurus nach Kreta, allerdings erst Mitte September.
Der Weg führte über die Höhen Deizisaus bis nach Köngen und
zurück. Bemerkenswert viele Autos irritierten uns auf den
landwirtschaftlichen Feldwegen. Es sind wohl doch nicht alle Mitbürger in
den Urlaub gezogen, sondern machen die Wanderwege hier unsicher. Wie auch
die Pferde, die sich in dieser Gegend rasant zu vermehren scheinen. Jedem
Bauer sein eigenes Gestüt, scheint das Motto zu sein. Aber sicher werfen
manche Pferde mehr ab, als sie einbringen.
"Das Glück der Pferde liegt auf dem Rücken
der Erde". Umgekehrt gilt es auch, solange man oben bleibt. Umfallen tun sie
ja selten, denn "das Pferd hat vier Beiner, an jeder Seite einer". Allerdings:
Wenn man oben sitzt, so sieht man, daß sie an allen Seiten steil abfallen.
Manchmal sehr steil.
Auch wenn man den Pferden nachsagt, dass sie nicht zu den klügsten Lebewesen
gehören, so dürften sie doch oft klüger sein als ihre Reiter und
Reiterinnen. Viele Reiterinnen scheinen Stallgeruch mehr zu schätzen als
Lippenstift und Parfüm - und wahrscheinlich auch mehr als den Geruch ihrer
Männer. So sie denn überhaupt einen abbekommen haben. Ihr Motto ist wohl:
Männer und Pferde, beides ist teuer,
ich wähle lieber Pferde, denn Pferde sind treuer.
Ein Königreich für ein Pferd, so sagte schon Shakespeare.
Da bleibt für einen Mann eh nichts mehr übrig. Vor allem nichts, wenn er
auf dem hohen Ross sitzen will. Er wird dann eher die Rolle eines
Ackergaules übernehmen dürfen. Und darf dann den Karren ziehen.
Das Hasenhaus in Deizisau hatte leider wegen Urlaubs
geschlossen, aber Otmar chauffierte uns flugs mit seinem pferdestarken Wagen
zum Hochdorfer Hasenvereinshaus. Der Wirt servierte uns Schnitzel. Uns als
guten Stammgästen auch außerhalb der normalen Zeiten, wie er Tischnachbarn
erklärte, die deswegen nur so staunten. Er nahm sich auch Zeit und setzte
sich an unseren Tisch und hatte einiges zu erzählen. Von seinem Einstieg in
Hochdorf, seinen Erfolgen und von seinen Neidern. Immerhin: Neid muß man
sich verdienen, Mitleid bekommt man geschenkt. Wir beneiden ihn nicht,
sondern gönnen ihm seinen Erfolg, für den er ja schließlich hart schuftet.
Ohne freien Tag in der Woche und seit langem ohne Urlaub.
Schnitzel und Kartoffelsalat waren tadellos.
RF |