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Diesmal war sehr wenig los im Naturfreundehaus. Kurz nach drei Uhr waren wir
schon da - und es kamen auch nicht mehr viel weitere Gäste. Eine Ziege
spazierte außerhalb ihres Gatters und vergnügte sich an Blumen.
Unerschrocken sorgte Waldemar dafür, dass sie wieder zu ihren Artgenossen
hinter den Zaun kam. Vögelmeister Otmar versorgte uns mit aktuellem Wissen
aus dem Reich der Vögel. Sein Rotschwänzchen - oder wars ein Rotkehlchen -
hat schon wieder Junge. Das war Anlaß, dem Vogelkonzert zu lauschen.
Unwahrscheinlich, welche Stimmgewalt sogar die kleinsten Vögel haben und
welche Vielfalt der Töne, die sie hervorbringen. Da könnte sich mancher
Politiker eine Scheibe abschneiden. Gabriel, der Dicke, zum Beispiel - oder
Tiefensee, der Kahle. Hier hören wir meist nur blah-blah. Reden ist
Schweigen, Silber ist Gold - oder so ähnlich. Hilflos sehen sie der
Energiepreisentwicklung zu. Sie tun, was sie können - das ist es ja eben.
Verbaler Feinstaub! Was wäre es für ein Segen, wenn wir die Ohren so
zuklappen könnten, wie die Augen. Die Intelligenz der Tiere hat uns schon
öfters beschäftigt - auch diesmal wieder, als uns prompt zwei Gäule samt
Reiterinnen entgegenkommen. Alle leben zwar unter dem gleichen Himmel, haben
aber nicht den gleichen Horizont. Den Gäulen scheint es nichts auszumachen -
aber kein Schwein läßt auf sich reiten. Von einem Huhn ganz abzusehen.
Fünf Tage noch - sagt Otmar. Er freut sich auf die Rückkehr seiner
Franziska aus der Reha. Gerade hat er sich an seine neuen Freiheiten
gewöhnt, aber die hat auch Kehrseiten. Er hat einige Kilos abgenommen, und
freut sich auch darüber.
Alle freuen sich, daß es nächstes Mal in die Kirschen geht!
RF |