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Während sich unsere Regierung im frisch renovierten
Schloß Meseberg in
Brandenburg selbst beweihräuchert und dem Volk weiß machen will, wie gut
es regiert wird, steigen die Muskeltiere die steile, glitschige
Zipfelbachschlucht hoch zum Randecker Maar. Der heftige Regen in der
vorigen Nacht sorgte für die Rutschpartie, aber glücklicherweise kamen
alle heil oben an. Offensichtlich auch die vielen anderen Bergsteiger,
die heute in dieser Gegend unterwegs waren.
Die Berliner Koalition scheint entschlossen, auch in
der zweiten Regierungshälfte an der Macht bleiben zu wollen, aber
inhaltlich scheint es nur noch Gemeinsamkeiten beim Klimaschutz zu
geben. Alle anderen sind aufgebraucht. Ein Wunder, dass es überhaupt so
lange gehalten hat. Aber unsere Kanzlerin hat ja gezeigt, wie biegsam
sie ist. Was wollte sie alles tun - und was wurde daraus? Nun,
außenpolitisch sind wir mit ihr zufrieden, da steht sie ihren Mann.
Gottseidank hat wenigstens die Wirtschaft ihre Hausaufgaben gemacht und
sich saniert, wenn auch mit vielen Opfern. Aber es zahlt sich langsam
aus. Die Konjunktur brummt. Und damit die Steuern. Und damit will die
Koalition wohl überwintern bis zur nächsten Wahl. Da sind die
Muskeltiere unternehmungslustiger. Auch in dieser Zeit werden sie nicht
nachlassen, einmal in der Woche was für die Gesundheit und das Hirn zu
tun - nämlich wandern und diskutieren. Die Regierung wird uns schon
genug Stoff geben.
Das Otto-Hoffmeister-Haus liessen wir links liegen. Es
wird von uns boykottiert, nachdem wir vor einigen Jahren dort fast
verdurstet sind. Waldemar informiert uns, daß das Naturschutzgebiet "Randecker
Maar" flächenmäßig fast verdoppelt werden soll. Gut so! Für die
Natur, für uns und für die Gabelweihen, die wir am Himmel ihre Kreise
ziehen sehen. Wir biegen auf die Moorfläche ein, wie schon so oft. Da
gibt es keine Überraschungen mehr. Wir sollten mal wieder uns nach neuen
Touren umgucken, meinte einer. Alle nicken, aber wer kümmert sich drum?
Wir werden sehen.
Der Wirt vom
Rössle in Ochsenwang
ist sein bester Gast selber. Das Nebenzimmer hat er zum Raucherzimmer
umfirmiert und da sitzt er drin, raucht und trinkt und ist sicher froh,
als die vier Muskeltiere sich zeigen und sein Gasthaus bevölkern. Was
sich nicht zeigte, war die pralle Nachbarin beim Sonnenbaden. Der Blick
aus dem Wirtshausfenster war umsonst aber vergeblich. Auf das
angepriesene "Katzengschroi" (nach Hausherren-Art) haben wir verzichtet,
denn der Krustenbraten versprach mehr. Und so war es.
Und der Abstieg ins Tal war genauso glitschig wie der
Aufstieg. Alle waren froh, wieder heil an Otmars Wagen am Parkplatz in
Hepsisau angekommen zu sein.
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