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Tickets, Kanonenfutter, Tattoos, Weinfrühstück, Stadt-
und Hafenrundgang, Damenbekanntschaften in Delphi, Paulis Höschen,
Lazarus und Willi.
Und damit soll man einen Bericht zusammenbasteln? Wie
soll das gehen? Keine Ahnung, aber die Muskeltiere sind ja für ihr
positives Denken bekannt. Es wird schon gehen. Fangen wir an.
Für das fünfjährige Jubiläum haben die Muskeltiere eine
Fahrt mit der Bahn nach Friedrichshafen geplant. Pünktlich um 10.00 Uhr
stehen sie nun vor den Ticketautomaten in Plochingen und schon tauchen
die ersten Probleme auf. Wie funktioniert dieser Kasten mit den vielen
Knöpfen? Gerd erweist sich als wahrer Automatenmeister und irgendwie
holt er die Tickets aus dem Automaten. Wir suchen freie Plätze in der
oberen Etage des doppelstöckigen Zuges und schon geht es los.
Roland sucht sich einen privilegierten Platz gegenüber
einer jungen Mitreisenden, die mit Ohrenstöpseln von ihrem i-pod Musik
hört. Der freundliche Blick Richtung Männerwelt und die unangeforderte
Beichte mit ihrer krächzenden Stimme verstärken das Bild ihrer Tattoos
und Piercings. Was soll’s, wir sind ja schließlich auf Jubiläumsfahrt.
Wo kommt ihr fünf Hübschen her? Aus dem Stuttgarter Raum. Das kenne ich,
dort habe ich gedient. Als was den? Als Kanonenfutter bei einer
Panzereinheit. Und was machen sie jetzt? Ich habe mir drei Rippen
gebrochen, wurde danach entlassen und heute fahre ich als Arbeitslose zu
einem Treff in Ulm mit drei Männern! Die Tattoos stehen ihnen aber gut.
Ich habe noch mehr davon. Wollt ihr sie sehen? Keine Antwort wurde als
Zustimmung interpretiert und mit einem geübten Handgriff, wie es wohl
bei Kanonenfutter üblich zu sein scheint, hebt sie ihre Bluse hoch und
wir sehen das nächste Tattoo! Und das Arschgeweih ist noch schöner.
Gerade noch hat es der Roland geschafft sie zu bremsen! Also, Jungs
macht’s gut. Das Gemenge von Tattoos, Piercings und krächzender Stimme
des Kanonenfutters war zuviel für die Muskeltiere. Jetzt machen wir das
vorgesehene Weinfrühstück. Ich habe aber nur eine Flasche Trollinger
mitgenommen. Zwei wären schwerer, verkündet der Roland. Wenn man damit
die fünf vierteles - verwöhnten Muskeltiere zufrieden stellen will, das
wäre das größte Comeback seit Lazarus, denken die anderen. Da ist noch
zu beweisen, oder wie die Neuschwaben sagen würden „Quod erat
demonstrandum“
Wir sind in Friedrichshafen.
Noch in Gedanken versunken - bei den meisten Muskeltieren
konnte man die Reibungswärme der angestrengt rotierenden zwei grauen
Zellen in
den
Gesichtsfarben sehen (es war sicher nicht die Weinmenge) - über
Kanonenfutter und den neuschwäbischen Begriffen erreichten wir
schon den Hafen. Super-Wetter, Wasser, Boote und die, wie immer, gut
gelaunten Muskeltiere fanden alles toll. Und was ist mit Essen? Das
Restaurant „Korfu“ stand vor uns und die Aussicht auf ein/zwei Ouzos
engte enorm unsere Entscheidungsfreiheit ein. Nach dem guten Essen
und zwei Ouzos haben wir zum Ausgleich den 22,5 Meter hohen Turm am
Hafen bestiegen. Von oben her ist die Aussicht sehr schön, sagt doch
jeder. Uns aber ist sofort die Bodenseeterrasse DELPHI mit der Aussicht
auf ein blondes Kühles aufgefallen! Kaum haben wir Platz
genommen und als der Otmar in seiner bekannt lässigen Art seine
Lederjacke vom Stuhl heruntergleiten lässt, steht schon die Dame vom
Nebentisch da und lächelt ihn an mit der Jacke in der Hand. Ich komme
aus Ungarn, lebe aber seit langem in Friedrichshafen. Otmar
blockt weitere Annäherungsversuche mit seinem sparsamen, schwäbischen
Lächeln! Gleich darauf taucht eine zweite Frau am Nebentisch auf. Sie
kenne ich doch, mischt sich nun der Roland ein. Sie waren doch auch im
„Korfu“ beim Essen. Jannis, der sonst eine
große Klappe hat, schweigt und denkt: Das ganze ist doch brotlose Gunst.
Nur keine Energie vergeuden! Waldemar wollte das Zeppelin Museum sehen.
Aus Zeitmangel haben wir es verschoben.
In Richtung Bahnhof haben uns mit reichlichem Proviant
eingedeckt, Brötchen mit Hühnerschlegel und Leberkäse, Bier und Wein und
schon fuhr der Zug nach Reichenbach. Erst jetzt kam unsere
philosophische Stärke zum Ausdruck. Was haltet Ihr eigentlich von der
Höschen-Geschichte? Na, von dem Stolperstein Stoibers, der Pauli. Sie
soll bei Fotoaufnahmen ihr Höschen ausgezogen haben! Was ist schon
dabei? Die Frau ist attraktiv, nicht wie die ungarische Heilsarmee von
vorhin, gewählte Landrätin und intelligent. Ich kann sie mir gut ohne
Höschen vorstellen. Kannst du dir den Stoiber ohne Höschen vorstellen?
Ich denke an dieser Stelle sollten wir auch an unsere
Leserschaft denken. Wir grüßen unseren, wahrscheinlich einzigen,
eifrigen Leser Willi. Er soll ein Verwandter von Otmar sein. „Quod erat
demonstrandum“
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