|
Zu den Klängen des Gefangenenchors
aus Nabucco von Giuseppe Verdi chauffierte uns heute Gerd in seiner
Luxus-Limousine. Mit dem Navi war das Finden von Eybach hinter
Geislingen kein Problem. So ein Gerät ist schon sehr komfortabel - kann
man sich doch voll auf den Verkehr konzentrieren und muß keine
Straßenschilder suchen. Allerdings würden Waldemar und Otmar auch als
lebendige Navis durchgehen, zumindest im Einzugsbereich der Muskeltiere.
Aber zu Fuß ohne Navi suchten wir den "Einschuß" ins Felsental
erstmal vergeblich, dabei waren wir schon mal hier -
allerdings vor zwei Jahren. Unsere Gehirne
sind halt auch nicht mehr das, was sie nie waren.
Der Anstieg im malerischen, engen Felsental war lang und beschwerlich.
Wir dachten an Jannis und seine kritischen Kommentare bei solch einer
Tortur. Aber wir schauten nach vorne, alles andere war schließlich
primär. Und endlich kam auch die Hochebene in Sicht mit ihren
ausgedehnten Getreidefeldern. Das erinnerte uns eher an die LPGs im
Osten und nicht an schwäbische Kleinbauern. Dummerweise war der Ochsen
in Waldhausen geschlossen. Aber in äußerster Not kann man auch mal
Wasser trinken und Waldemar hatte daran gedacht und extra eine grosse
Flasche mitgeschleppt. Beim
Betrachten der zahlreichen Windräder in der Gegend - 21 hatten wir
gezählt - fanden wir deutliche Parallelen zu Arbeitern auf deutschen
Baustellen. Zwei schaffen, der Rest steht herum. So die Windräder.
Der Abstieg im Magental war weniger anstrengend, aber
dafür umso abenteuerlicher. Feucht, rutschig, eng und lang. Am Ende
waren alle waren erschöpft, nur die Aussicht auf die berühmten Schnitzel
im Hirsch in Auendorf hielt uns bei Bewußtsein. Und die Schnitzel dort
hielten, was sie versprachen. Im Gegensatz zu unseren Politikern.
|
|