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Vor 17 Millionen Jahren - als der nördliche Albrand noch auf der
geographischen Breite vom heutigen Stuttgart lag - hat es mitten auf der
Schwäbischen Alb "Bumms" gemacht. Und das
Randecker Maar entstand. Es muß schon ein gewaltiger Knall gewesen sein, als sich die aufsteigenden
Magmagase eines (sonst ruhigen) Vulkanes mit dem Grundwasser mischten
und für eine gewaltige Explosion sorgten. Schließlich war das Loch an
der Oberfläche rund ein Kilometer breit und rund 100 Meter tief. Da der
Schlot sich durch Trümmer verstopfte konnte das Oberflächenwasser nicht
mehr abfließen und ein See entstand. Jahrtausende später verschaffte der
Zipfelbach dem einen Abfluß, indem er nach und nach dessen Nordrand
wegspülte. Der klägliche Rest versumpfte und ein bildete Moor. Leider
wurde das bis in die dreissiger Jahre des vorigen Jahrhunderts abgebaut
und nur ein bißchen wurde verschont.
17 Millionen Jahre später besuchte drei der
Muskeltiere die geschichtsträchtige Gegend und bestaunten wieder einmal
die Launen der Natur. Neue Hinweisschilder wurden aufgestellt, auf denen
unter anderem wissenwertem obiges zu entnehmen war. Sonst gab es nicht
viel neues. Auch die sonst rührigen
Vögel in dieser Gegend blieben
weitgehend im Hintergrund. Bis auf ein ein
Vögelchen mit gelber Brust
(unser Vögelexperte Otmar kannte dessen Namen ), das uns wohl von seinem
Nest weglockte.
Dass unsere die Regierung wieder intensiv dabei ist,
uns weiter Geld aus der Tasche zu ziehen und dass Allianz, Mercedes,
Dresdner Bank, Volkswagen und viele andere Firmen dabei sind tausende
von Menschen freizusetzen störte nur vorübergehend unsere Gemütslage -
und wurde verdrängt.
Der anfangs bedeckte Himmel klärte sich auf -
zumindest über den Muskeltieren - und es zusehends wärmer. Was den Otmar
zu lyrischen Ausbrüchen verleitete: "Zieh'n die Muskeltiere auf die
Höh'n, wird das wieder Wetter schön". Und zu ähnlichen nicht so
schriftreifen Sprüchen. Dabei studierte er zusammen mit Waldemar
intensiv das Paarungsverhalten öminöser Käfer in diversen
Blüten von Hecken und Büschen. "Guck! Da sind schon wieder welche beim
Liebesspiel!" "Und einer schaut den beiden zu!" "So ein Voyeur". Roland
hielt diskret Abstand, um die beiden menschlichen Voyeure nicht zu
stören. Zögerlich konnte die Wanderung fortgesetzt werden. So daß wir
erst nach zweieinhalb Stunden das erlösende "Rössle" in Ochsenwang
erreichten, wo Bier und Schnitzel uns erwarteten.
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