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Zur Einstimmung der
vorweihnachtlichen Atmosphäre ist die Wanderstrecke zum
Naturfreundehaus der optimale Weg. Zu viert, Otmar musste heute am
01.12. bei seinem Bruder Geburtstag feiern. Die Daheimgebliebenen,
noch arbeitenden/wandernden Muskeltiere wünschen dem Geburtstagskind
alles Gute. Also, diesmal ging es über das Reichenbachtal in Richtung
Naturfreundehaus. Das Wetter ist sich nicht ganz schlüssig, ob es regnen
oder schneien soll. Es ist halt ein Zwitterwetter, oder wie der alte
Japaner sagen würde: Kaimuschikaisaki! Inzwischen sind uns die
Wanderwege so vertraut, dass keine Wanderkarten bemüht werden. Somit
haben wir mehr Zeit zum quatschen, oder schwäbisch ausgedrückt, zum
Schwätzen. „Die Welt ist arm, der Mensch ist schlecht“, sang der
Schauspieler in der „Drei Groschen Opera“. Ja, und was machen wir jetzt?
Auch das hat er gesagt. „Was kann schon ein Dietrich gegen eine Aktie
ausrichten? Also, Aktien kaufen. Der kann gut singen, murmelt der
Waldemar vor sich hin. Mit einem Dietrich hätte ich bestimmt mehr Erfolg
als mit meinen Telekom Aktien!! Nach dem ersten Viertele im
Naturfreundehaus versuchen die Wanderkollegen zu trösten. So ist nun mal
das Leben. Der Onassis hat es auch gewusst, als er sagte: „Es ist
leichter, ein Vermögen zu machen, als es zu behalten“. Er konnte es sich
leisten, solche Sprüche zu klopfen! Ja aber statistisch gesehen haben
ein Millionär und ein Muskeltier jeweils eine halbe Million. Davon hat
meine Bank noch nichts gehört. Der Milton Friedmann fasste die ganze
Wirtschaftstheorie in einem einzigen Satz zusammen: „ Man kann nicht
essen, ohne zu bezahlen“. Ich schlage vor, wir machen uns jetzt auf den
Weg zurück nach Reichenbach, um nachzudenken, wie wir unser Vermögen,
die mickrige Rente“ behalten können. Sonst müssen wir künftig das
Bezahlen nach dem Essen umgehen.
Komplett, zu fünft, am 08.12.05
geht es Richtung Roßwälden. Heute haben wir Glück. Nicht nur, dass unser
Altbekannter Christian im „Ochsen“ sich am Stammtisch breit macht, nein,
da sind noch ein paar entwicklungsfähige, verborgene Talente. Der
Postbote in der „Tracht“ der deutschen Post, der Bürgermeister a.D. und
dem Christian sein Schwiegersohn. Ja wo ist den der Karle? Ah ja. Er ist
in der Klappsmühle, kommt aber am Montag wieder raus! Das ist sehr
beruhigend. "Na, du Greco, du bist jetzt nach fünf Monaten in
Griechenland ausgeruht, wir zwei marschieren jetzt gegen die Franzosen",
geht der Christian auf den Jannis los. Warum denn ausgerechnet gegen die
Franzosen? Ich weiß es auch nicht, aber es war immer so! Und jetzt kommt
zum Vorschein, was unter verborgenen Talenten gemeint war. Der Postboote
fängt an, laut zu lachen, bevor er seinen Witz loslässt. Dieses
vorauseilende begeisternde Lachen und seine gelbe Kostümierung sorgen
dafür, dass die Zuhörer schon vor der Witzpointe mitlachen. So geht es:
„ Das Bäuerle streichelt jede Nacht seine Frau unter der Gürtellinie und
sagt: Meine Wiesen, mein Brachland, meine Äcker. . Die Bäuerin ist
sauer: Wenn du aber bald nicht anfängst dein Brachland zu beackern,
werde ich es verpachten!!“ Die Muskeltiere haben kräftig mitgelacht und
sich vorgenommen auf den Rückweg nach potenziellen Pächterinnen
umzuschauen.
Der geht ja noch, fängt der
Postgeneral an: „Ja sag mal, lange haben wir uns nicht gesehen. Wie geht
es dir und der Familie? Bestens. Meine Tochter ist mit ihrem
Medizinstudium fertig und arbeitet in der Stadt. Sie verdient viel Geld,
hat aber sehr viel zu tun. Und was macht deine Tochter? Tja, sie ist
auch in der Stadt, verdient auch viel Geld und hat sehr viel zu tun. Ja,
was macht sie denn? Sie ist Prostituierte. Was ist denn dass? Ich weiß
es nicht, aber zwei mal in der Woche muss meine Frau aushelfen!!“
Danach war alles klar und wir
standen schon vor den Toren Reichenbachs. |
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