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Wo nach Abzug des Jurameeeres vor 150 Millionen Jahren ein Fluß ein Tal
auswusch,
das
Wental, da wanderten die Muskeltiere bei schönstem Wetter und
wunderten sich über die Hinterlassenschaften dieses geologischen
Prozesses. Heute ein Trockental, aus dem viele größere Felsformationen
hervorstachen, und auf denen - oh Wunder - meist ein paar Tannenbäume
wuchsen. Ein seltsamer Anblick. Das sah fast nach Menschenhand aus, war
aber reine Natur. Bezeichnend waren auch einige Namen dieser Felsen:
Spitzbubenstadel, Wentalweible, Steinhüttle. Diese Brocken, so die
Lehrtafeln unterwegs, waren aus härterem Dolomitfelsen und haben sich
nicht so schnell aufgelöst wie die Umgebung. Besonders reizvoll war das
Felsenmeer, eine größere Ansammlung solcher Dolomitfelsen, mit vielen
lauschigen Grillplätzen. Gut, daß wir donnerstags unterwegs sind, denn
sonntags schieben sich hier sicher Menschenmassen durch die reizvolle
Gegend. Heute sind wir nur ab und an ein paar anderen Wanderern oder
Fahrradfahrern begegnet.
Diese schöne Landschaft ließ uns den, auf der Hinfahrt diskutierten,
Ärger der Woche wieder vergessen. Unsere "beliebte" Ulla Schmidt, ihres
Zeichens Gesundheitsverwirrministerin, hat sich wieder mal was Neues
ausgedacht: Erhöhung der Pflegeversicherungsbeiträge für Rentner und
wieder eine neue Variante beim Zahnersatz. Aber mal sehen, wie lange sie
überhaupt noch im Amt bleibt. Die Muskeltiere werden ihre Regierungszeit
um Längen überleben. Das ist sicher und gut so.
Der Otmar hat gleich zu Beginn der Wanderung sein Auge an ein paar
Grashüpfer verloren, denen er umgehend nachstellte. Im Verhältnis zu
ihrer Größe können diese einen unglaublichen "Lärm" produzieren und
Riesensprünge vollführen. Aber die kannten Otmar noch nicht, denn er hat
zumindest einen flugs erwischt.
Die Grillerei zum Abschluß war wieder eine runde Sache. Das Feuer
verdankten wir zwei jungen Frauen aus dem nahen Steinheim mit
ihren (stimmgewaltigen) Töchtern. So mußten wir nur noch Holz nachlegen
und die Würste waren bald gegrillt und noch schneller verzehrt.

Schwäbische
Ostalb
Bilderseite
Sage
vom Wentalweiblein
In den
Hungerjahren 1816 und 1817 lebte in Steinheim eine Krämerin, die sich
meisterhaft aufs Hamstern verstanden hatte. Ihre Waren verkaufte sie
nicht nur zu wucherischen Preisen, sondern fälschte auch das Maß und das
Gewicht.
Diese Betrügerei wurde jedoch entdeckt und schwer bestraft. Aus Reue
über ihre ruchlose Tat hat sie sich im Wental von einem Felsen gestürzt.
In stürmischen Nächten geht ihr Geist heute noch ruhelos im Wental um.
Schauerlich ertönt dann in solchen Nächten ihre Klage:
"Drei Vierleng
send koi Pfond;
Drei Schoppa send koi Mauß!
Ei, ei, ei und au, au, au.
Hätt´i no des Deng net dau,
nao müßt i net em Wental gau!" |
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